Stieglitz
Carduelis carduelis
Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, ist einer der farbenprächtigsten Singvögel Europas. Mit seiner leuchtend roten Gesichtsmaske, den schwarzen und weißen Kopfpartien sowie den goldgelben Flügelbinden ist er schon von weitem gut zu erkennen. Sein Name „Distelfink“ verweist auf seine Vorliebe für Distelsamen, die zusammen mit anderen feinen Pflanzensamen den Hauptbestandteil seiner Nahrung bilden. Typisch für den Stieglitz ist sein lebhaftes, zwitscherndes Lied, das besonders in Schwärmen zur Geltung kommt und auch im Winter zu hören ist. Im Gegensatz zu manchen Zugvögeln gehört der Stieglitz zu den sogenannten Teilziehern: Ein Teil der Population wandert in mildere Regionen Südeuropas ab, während andere Tiere bei uns überwintern. Gerade in schneereichen Wintern ist er deshalb häufiger an Futterstellen in Gärten zu beobachten, wo er sich über Sonnenblumenkerne, Mohn oder auch spezielle Körnermischungen freut. Wer einen Stieglitz im Winter entdeckt, erkennt ihn sofort an seinem farbenfrohen Gefieder, das in der grauen Jahreszeit besonders auffällig wirkt. Oft schließen sich mehrere Stieglitze zu kleinen Trupps zusammen, die gemeinsam Nahrung suchen und dabei durch ihre munteren Rufe auffallen. Neben seiner Schönheit spielt der Vogel auch eine ökologische Rolle, da er zur Verbreitung von Pflanzensamen beiträgt. Im Volksglauben gilt der Stieglitz seit Jahrhunderten als Symbol für Lebensfreude und Ausdauer – Eigenschaften, die sich besonders in den kalten Monaten zeigen, wenn er trotz widriger Bedingungen seinen fröhlichen Gesang ertönen lässt. So erinnert uns der Stieglitz selbst im Winter daran, wie bunt und lebendig die heimische Vogelwelt sein kann.
(Vogelgesang: Stanislas Wroza, XC776847. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/776847; Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0)